Na, sitzt ihr schon an euren Gartenplänen für das frische neue Jahr? Da hab ich was für euch!
Im Herbst 2023 habe ich das erste Mal Linsensuppe aus dem eigenen Garten gegessen. Das war ein gutes Gefühl, kann ich euch sagen! Außer Salz und Pfeffer kam alles aus den eigenen Beeten und ich war richtig satt danach!
Es reizt mich einfach zu sehr, jedes Jahr etwas Neues in Garten auszuprobieren. Ich möchte schauen, was für unsere kleine Familie an Selbstversorgung umsetzbar ist. Da ich gern vegetarisch esse, aber eben nicht immer nur Kartoffeln als Sättigungsgrundlage nutzen will, kam die Idee über Bohnen, die ja Klassiker im Gemüsegarten sind, bald zu Hafer und Linsen. Ich war überrascht zu lesen, dass Linsen eigentlich ein ganz heimisches Nahrungsmittel waren, lange vor der Kartoffel, die ja bekanntlich erst nach dem Mittelalter aus Amerika zu uns kam. Ich dachte immer, die werden aus Indien und Co zu uns importiert. Und nicht nur das: Klassischerweise wurden Linsen und Hafer zusammen angebaut. So kann die Leguminose um das höher wachsende Getreide ranken.
Um zu schauen, ob das bei uns Zuhause tatsächlich klappt und vom Aufwand her schaffbar ist, nutzte ich mein 2m² großes Hochbeet im Hausgarten, um diese Mischkultur auszuprobieren. Natürlich wohl wissend, dass ich besonders beim Hafer noch keinen großen Nutzen davon haben würde. Aber die Aussicht, sicher glutenfreien Hafer vor Ort zu haben, motivierte mich.
Ich habe beides als Saatgut gekauft, nach „Packungsbeilage“ ausgesät und gepflegt. Ich gab mir Mühe mit dem Gießen, auch wenn das wohl nie meine Stärke wird, und wartete (un)geduldig. Es gab nichts zum hochbinden, ausgeizen oder nachdüngen, was ich alles gern getan hätte, um mehr Kontakt mit den Pflänzchen aufzunehmen. Stattdessen ich durfte noch einmal mehr lernen, einfach zu warten..
Nach dem verregneten Sommer und einem längeren Urlaub habe ich die ideale Erntezeit wohl verpasst, denn ich sah, wie aus den ausgefallenen Linsensamen schon wieder neue Keimlinge hervor lugten. Also Noteente im Regen und dann den Linsenpflanzen ein paar Tage die Chance geben, noch nachzutrocknen.

Um nun verzehrfertige Linsen zu bekommen, pulte ich alle wie Erbsen einzeln. Laut Recherche kann man sie wohl auch gut ausdreschen in einem Beutel, aber für meine kleine Menge lohnte das nicht.
Am Ende erhielt ich eine kleine Portion wunderschöner Linsen!

Linsen esse ich super gerne als Suppe, als Salat oder im indischen Essen. Der große Vorteil ist für mich, dass ich sie nicht lange einweichen muss wie Bohnen, die ich eigentlich auch liebe.
Zusammenfassend kann ich Linsen nur jedem Gartenmenschen empfehlen! Wirklich. Sie sind unkompliziert, binden als Leguminose Stickstoff im Boden, sind eine gute Sättigungsgrundlage, lassen sich klasse lagern, sehen wunderschön aus. sind natürlich gesund und schmecken gut. Einzig und allein das auspulen bzw. ausdreschen braucht ein wenig Geduld. Mir persönlich ist es das aber auf jeden Fall wert. Ich habe eine 1,20mx 4m Beetfläche dafür im neuen Jahr vorgesehen. Bei einer Ernte im August ist danach sogar noch Platz für eine Nebenkultur wie Salate oder späte Möhren.
Aber das ist nicht alles, was ich 2023 ausprobiert habe. Darum mache ich hieraus eine kleine Reihe. Über den Ernteerfolg vom Hafer oder unserem Experiment mit Yacon schreibe ich in den nächsten Teilen. Für 2024 plane ich auch schon wieder ein neues Gemüse/ Pseudogetreide aus.
Lasst euch überraschen und bleibt gern dabei! 😉
Mit viel Gartenliebe,
eure Helena 💙
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