Habt ihr es gemerkt? Auch ich habe die Zeit von Litha genutzt um zu genießen, um im Jetzt zu sein und dranzubleiben. Ich habe in den letzten Jahreskreiszeiten viel im Innen und Außen bewegt und musste mich gut konzentrieren, um trotz allem in Balance zu bleiben oder zumindest wieder in selbige zu kommen. Darum war es auf diesem Blog stiller als bisher. Nun geht es aber mit dem 7. Jahreskreisfest weiter: Lughnasagh.
Zugegeben: das ist von allen das mir noch am wenigsten vertraute Fest. Ich begreife, dass es dieser Zwischenschritt ist zwischen Litha und Mabon, aber ich kann die klaren Abgrenzungen (wenn es sowas in diesem ewigen Kreis überhaupt gibt) noch nicht so recht greifen.
Also schauen wir am besten gemeinsam.
Keltisch werden Epona als Füllegöttin und Lugh als Sonnengott gefeiert, christlich können wir Mariä Himmelfahrt im Kalender finden. Die Schlüsselbegriffe sind Überfluss und Ernte.
Ab Lughnasagh ist das tatsächliche Ergebnis (des Gemüsegartens oder der inneren Arbeit) zu sehen. Die Fülle kann nun gegriffen werden und zwar im Überfluss! Was auch immer du ins Jahr rein gegeben hast: Jetzt erntest du die Früchte deiner Arbeit. Und das kann durchaus in beide Richtungen ausschlagen. Ihr kennt sicher das Märchen von der Goldmarie und der Pechmarie: Beide haben bekommen, was sie reingegeben haben.
Selbst die Bibel sagt ja: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!“. Die kommen jetzt zum Vorschein,

Und diese Früchte gilt es zu verarbeiten. Jetzt!
Das sollten wir auch tatsächlich tun. Wir Gartenmenschen wissen das: wenn die Früchte reif sind, müssen wir sie bald ernten, nach ihnen greifen, denn sie warten nicht auf uns. Beerenfrüchte würden überreif werden, Tomaten würden platzen und die Kräuter vertrocknen, wenn ihre Aufgabe erfüllt ist. Wenn es soweit ist, muss also gehandelt werden. Und das nehme ich als Aufgabe für diese Zeit mit. Das Jetzt muss ergriffen werden, bevor es schon wieder um ist. Wir sind schon bei Schritt 7 von 8, aber noch ist es nicht vollbracht! Sonst haben wir das ganze Jahr hart gearbeitet und verpassen im richtigen Moment nach dem Ersehnten zu greifen. Wie zu Litha heißt es also auch zu dieser Zeit: Dranbleiben und Aufmerksam für die Überraschungen und die Fülle des Lebens sein!
Ich glaube, Lughnasagh ist auch eine gute Zeit, seine eigene Leistung anzuerkennen und zu sehen. Man kann ruhig mal sagen: “Toll was daraus geworden ist” und sich diesen Moment der inneren Zufriedenheit erlauben! Das habe ich für mich beschlossen. Darum gibt es hier bald einen ersten Rundgang durch meinen geliebten Schrebergarten, ein Jahr nachdem ich ihn übernommen habe.
Am Ende ist der August und der beginnende September auch die Zeit des Lichts und der Energie. Das ist in der Natur zum Beispiel erkennbar durch Hitzegewitter oder die im August häufigen Perseiden, also Sternschnuppen. Das Gewitter kann man vielleicht als Bild des entladenen Drucks betrachten, dem man nicht mehr standhalten kann. Streitigkeiten oder andere Energien kommen zur Entladung. Und das ist auch wichtig, um den letzten Schritt des Jahreskreises einleiten zu können. Jetzt müssen sich nochmal alle Probleme zeigen und gelöst werden, damit man mit neuen Erkenntnissen aus dieser Zeit heraustreten kann.
Ich glaube, mit meinen Gedanken hier konnte ich der Energie der Lughnasagh-Zeit ein gutes Stück näher kommen. Im September gibt es dann den letzten Teil dieser Reihe durch den Jahreskreis. Ich freue mich, wenn ihr mich auch auf dem letzten Schritt dieser Erkenntnisreise begleitet!
In Liebe,
eure Helena ♥
Weitere Artikel aus der Jahreskreisreihe:
- Samhain – Halloween – Allerheiligen
- Das Yulefest (das keltische Pendant zu Weihnachten)
- Imbolc – Lichtmess
- Ostara
- Bealtaine – Tanz in den Mai
- Litha – Sommersonnenwende
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