
Oh du alte, oh du alte Mutter, oh du alte Mutter Erde.Wo bist du nur diese ganze lange Nacht gewesen? Wo? Immer hier, immer hier!
Trad. schwedisch (Gamla Moder)
Imbolc gehört zu den Jahreskreisfesten, die ich erst ganz neu kennenlernen musste. In meiner Umgebung gab es kein christliches Fest, kein Dorffest oder ähnliches, dass mir die Qualität von St. Brigit nahegebracht hätte. Heute habe ich gelernt, was diese Zeit für eine wunderbare Energie mitbringt.
Das Imbolcfest ist als Maria Lichtmess meist auf den 1.2. datiert, nach keltischer Weise ist es aber in der 2. Vollmondnacht nach dem Yulefest (21.12.). Gefeiert wird das Leben, das unter der Erde wieder erwacht, aber für das ungeschulte Auge noch unentdeckt bleibt. Die ersten Regungen, die den Winterschlaf bei Tier und Pflanzen beenden, sind zu beobachten, das Wasser schmilzt und kommt wieder in Schwung.
Das Fest gehört dem unschuligen, jungfräulichen Teil in uns, der bei den Kelten als Göttin Brigit verkörpert wird.
Aber wie auch schon bei den anderen Jahreskreisfesten, die ich beschrieben habe, geht es vor allem um die 6 Wochen nach dem Fest, die in dieser Energie sind und die man für sich nutzen kann. Nach der Zeit der Leere (Samhain) und der des wiederkehrenden Lichts (Yule), wird das Sonnenlicht nicht nur stärker, sondern kann durch das fließende Wasser Pflanzen, aber auch Ideen und Gedanken zum keimen bringen.
Das Wasser hat in dieser Zeit eine besondere Stellung. In Zeiten, oder auch an Orten, an denen es im Winter tätsächlich schneit (nicht so wie bei uns im Jerichower Land) ist in der Zeit bis zum Frühlingsanfang die Schneeschmelze im vollen Gang. Alles wird dadurch gereinigt und geweckt. Es ist Fastenzeit, die zur Entgiftung genutzt wird. Die Natur hilft dabei, denn die Vorräte aus dem Herbst und Winter sind bald aufgebraucht und das Neue noch nicht gewachsen. Nur Wildkräuter, die uns mit Nährstoffen versorgen und reinigen, wachsen fleißig.
Neben der Fastenzeit ist auch die Faschingszeit typisch für diese Jahreszeit. Wie passt das in keltische Rituale? Tatsächlich ganz gut, denn ursprünglich ist Fasching das Austreiben der bösen, dunklen Geister, sprich, der Dunklen Zeit. Ein gesundes Maß an Verrücktheit ist sogar notwendig. Man spinnt (an) neue(n) Ideen, und bevor diese konkret umgesetzt werden, muss es zunächst zu einer guten Idee kommen. Und diese bekommt man leichter, wenn man eine Weile ganz befreit die verrücktesten Gedanken zulässt, von denen man am Ende das Beste aussieben kann. Auch hier zeigt sich wieder schön die Analogie aus der Natur: Der Same keimt bereits, aber er ist noch geschützt unter der Erde. Genauso verdeutlichen sich die Ideen, die mit dem wiederkehrenden Licht keimen, aber sie sind noch unter einem Deckmantel, im „Welpenschutz“ sozusagen.
Schutz ist damit auch das letzte Stichwort, das ich zu diesem Fest, zu dieser Zeit einbringen möchte. St. Brigit gilt vor allem auch als Schutzgöttin. In Irland lernte ich dazu einen schönen Brauch kennen: Das Fertigen von St. Brigits Kreuzen. Diese können mit 4 Enden (christlich) oder mit 3 Enden (keltisch) geflochten werden. Sind sie fertig, hängt oder stellt man sie über Türen, vorzusweise Eingangstüren. Sie sollen vor bösen Menschen und Geistern schützen.

Um es kurz zusammen zu fassen:Imbolc wird als Fest am 1.2. oder zur Vollmondnacht gefeiert und ist als Qualität spürbar bis Ostara (Frühjahrstagundnachtgleiche). Besondere Merkmale dieser Zeit sind Erwachen aus dem Winterschlaf, Reinigung, Verrücktheit, aber auch Schutz und das erste Keimen. Das Licht kehrt spürbar zurück und gibt uns neuen Mut. Wasser ist das dominante Element zu dieser Zeit.
Merkt ihr auch, dass eure Energie langsam zurück kommt? Habt ihr Pläne für das Jahr oder für euch und merkt, dass ihr daran weiterarbeiten wollt? Dann bleibt genau jetzt dran! Wir freuen uns, eure Erfahrungen dazu zu lesen !
Mit Liebe,
eure Helena ♥
Lass das Alte los,
Dorit Schradi
mach dein Herz weit werde groß.
Lass die Zukunft in dein Leben
damit sich die Wege ebnen.
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