Hier Zuhause teile ich mir einen Garten mit meinen Schwiegereltern. Ganz in alter DDR-Manier sind hier hübsche Rabatten mit Zierstauden. Drumherum ordentlich gejätete Erde. Das sieht durchaus schön aus.
Aber ich bin da ganz anders. Als Jugendliche hatte ich keinen eigenen Garten und musste auf die wilde Natur zurückgreifen. Johanniskraut, Spitzwegerich und Schafgarbe waren zu der Zeit meine Begleiter. Mittlerweile habe ich mich auch im Gemüsegarten ausprobiert, aber nur zur Zierde pflanzen und pflegen, hat sich mir bisher nicht erschlossen. Ich weiß, dass man viele Zierpflanzen auch für Sträuße nutzen kann, und dass es natürlich auch einfach schön ist und erfreuen kann, dennoch wird es wohl nicht mein Spezialgebiet.
Warum meine Begeisterung für Wildkräuter so viel mehr aufflammt also für Zierblumen, fiel mir genau jetzt, in dieser kalten Jahreszeit, wieder besonders auf.
Mutterkraut statt Mandelröschen?
Nachdem ich lange überlegt hatte, wie ich schönes, gepflegtes Aussehen mit meiner Liebe zu Wildkräutern in Einklang bringen kann, habe ich mich erst Ende letzten Jahres so richtig getraut, in unserem Gartenstück die Stauden rauszunehmen bzw. umzusetzen und meine geliebten Heilkräuter einzupflanzen.

Das war zwar alles schön, aber ich konnte keine rechte Verbindung zu den Pflanzen aufbauen. Sie passten nicht zu mir, erzählten mir keine Geschichten. Vielleicht verstand ich sie auch nur nicht. Darum fasste ich den Mut und gab meinen Wegbegleitern wieder einen festen Platz in meinem Leben zurück. Das tat gut und brachte mich wieder ein Stück mehr nach Hause.
Spitzwegerich zwischen den Zierpflanzen?
Im letzten Sommer lies ich noch alles so, wie es war. Vor allem aus Zeitgründen, aber auch, um einfach nur zu beobachten. Im zweiten Jahr siedelte sich zu meiner großen Freude ein Spitzwegerichpflänzchen am Beet an und ich ließ es stehen und wachsen. Im Herbst samte es sich fleißig aus. Als ich beim milden Jahreswechsel das Beet nochmal jätete, sah ich, wie sehr! Und es war grün und lebendig.

Auch meine Schafgarbe, die ich als Mischkultur Partner zu den Heidelbeeren gepflanzt habe, zeigt im Januar ihre Lebensenergie. Genauso das Johanniskraut, die Kamille und die im Herbst ausgesamten Koriander – und Posteleinblätter.





Es ist wirklich erstaunlich:
was ich an Kräutern in dem letzten 2 Jahren ausgesät habe, hat es oft nicht geschafft. Sind die Samen aber ganz organisch um die Mutterpflanze herum auf dem Boden angekommen, beginnen sie alle schon im späten Herbst, wieder neu auszutreiben. Mit ganz langsamem, aber stetigem Wuchs gehen sie durch den Winter, um im Frühjahr schon bald frische, starke Blätter und Blüten zu tragen.
Ein beeindruckendes Schauspiel, dass mir zeigt, wie wichtig das langsame Wachstum sein kann. Im Vergleich zu den im März mühsam vorgezogenen Samen oder Zierpflanzen sind diese Wunderblumen robust, selbstständig und lebensfähig.
In Liebe, eure Helena 💙
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