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Das Yulefest

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Im 2. Teil der Jahreskreis-Reihe geht es um die Wintersonnenwende.

Dieses Fest ist im Grunde allen bekannt, denn die christliche Kultur hat sich fein an uralten keltischen/germanischen Riten und Bräuchen bedient. Weihnachten ist für mich deshalb nur am Rande die Geburt von Jesus, sondern vielmehr die Wiedergeburt des Lichtes und der Hoffnung. Zu alten Zeiten war die Dunkelheit gefährlich und unheimlich. Man musste im Jahr gut vorgesorgt haben, sonst war es nun eine sehr bittere und kalte Zeit. Mit der Wintersonnenwende ging es aber nun in eine hoffnungsvollere Zeit: Noch immer ist es zwar dunkel, aber nun kommt das Licht Tag für Tag ein Stück zurück, statt täglich noch weniger da zu sein. Die Wintersonnenwende ist am 21.12. eines jeden Jahres, da wir unsere Kalender nach der Sonne richten. Es ist der kürzeste Tag im Jahr.

Aber ich finde, man muss gar nicht in die alte Zeit zurückschauen: Der November ist auch heute noch dunkel genug und bringt trübe Gedanken mit sich, der Dezember geht oft unter im Shopping-Gewusel oder für Familie und Feiern. Erst nach den Feiertagen können wir so richtig durchatmen, manches Jahr hilft uns dabei die eisige Luft des Januar. Denn wie bei allen Feste, die ich in dieser Reihe vorstelle, geht es nicht nur um den einen Tag, sondern um die ganze Zeit, bis sich mit dem nächsten Wendepunkt die Zeit und damit die Energie wieder ändert.

Ihr seht schon, ich gehe ein wenig über in esotherische Sphären, aber genau in der Yulezeit sollen sie auch sein. Besonders vor und zu Silvester wird gern orakelt und man schaut (überzeugt oder belächelnd) in das ein oder andere Horoskop. Viele nehmen sich auch vor, im nächsten Jahr ein besseres Ich zu werden, in welcher Form auch immer. Es gibt also neue Energie, die Zeit des Loslassens und Alleinseins, die Zeit der Dunkelheit ist zuende. Vor allem wenn es schneit, wirkt es richtig hell an den eigentlich noch kurzen Tagen.

Und doch ist es noch eine Zeit des Abwartens. Vielleicht nennen wir es lieber Regeneration. So sehen wir es in der Natur: alles schläft noch tief und fest, während wir die Pläne für das neue Jahr schmieden. Im Idealfall wird es sogar noch von einer Schneedecke überzogen und ganz ruhig gestellt. Und so soll es auch sein! Eine irische Jahreskreisbegleiterin formulierte die Aufgabe der Yulezeit wie folgt: „How can I become the seed of my own rebirth? What aspects of my life need regeneration?“ (deutsch: Wie kann ich der Same meiner eigenen Wiedergeburt/Erneuerung werden? Welche Aspekte meines Lebens benötigen Regeneration?) Welcher Teil von mir braucht Pause? Das ist die wichtige Frage, die man sich selbst zuliebe beantworten sollte. Wie kann man dieses „Bessere Ich“ werden, das so viele mit Neujahrsvorsätzen aus sich rausholen wollen? Und die wichtige Frage dazu? Wie kann dieser „Same“ länger als 2 Wochen überleben, denn so lange halten Neujahrsvorsätze im Durchschnitt an?

Regneration ist also das Stichwort dieser Zeit.

Und während wir dann mit einer beruhigenden, wärmenden Tasse Tee zuhause sitzen und regenerieren, können wir tatenfreudig mit Lineal und Bleistift die Pläne für das neue Gartenjahr zeichnen, neues Saatgut aussuchen und bedenken, was gut funktioniert hat und was einer Überarbeitung bedarf. Noch ist Zeit. Und bald geht es schon wieder an die ersten Aussaten.

Dabei wünsche ich euch schon jetzt viel Freude! Kommt gut in das neue Jahr 2023!

Eure Helena 💙

Eine Antwort zu „Das Yulefest“

  1. […] man für sich nutzen kann. Nach der Zeit der Leere (Samhain) und der des wiederkehrenden Lichts (Yule), wird das Sonnenlicht nicht nur stärker, sondern kann durch das fließende Wasser Pflanzen, aber […]

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