Nun ist es wieder soweit: die frostempfindlichen Pflanzen kommen rein, die Gartenmöbel werden weg gestellt, das Leben zieht sich wieder mehr nach innen. Und das ist gut so.
Seit mehreren Jahren schon beschäftigt mich das Wesen des Jahreskreises mit seinem perfekten Rhythmus von Licht und Dunkelheit, tun und ruhen, sterben und wachsen. Und in diesem Jahr will ich euch mit auf die Reise nehmen und euch zu jedem Zeitenwechsel von den aktuellen Themen und Taten berichten. Kommt gerne mit!
Das erste Fest des Jahres ist Samhain. Es ist das Ahnenfest Ende Oktober bis Anfang November und wird heute oft als „Halloween“ gefeiert, findet sich aber auch im christlichen Glauben in Allerheiligen und Allerseelen wieder und lässt sich bestimmt auch in anderen Kulturkreisen wiederfinden. Denn das ist ein Punkt, der mich am keltischen Jahreskreis so beeindruckt: er ist kulturübergreifend sinn-voll, orientiert er sich doch an der Natur, die für alle da ist.
Thematisch geht es zu dieser Zeit, die bis Weihnachten anhält, um das Loslassen, um eine Innenkehr und das Umarmen der Dunkelheit.

Wofür gibt es diese graue, dunkle und leere Zeit denn eigentlich, die so viele Menschen schwer belastet?
Es geht darum, sich mit sich selbst zu beschäftigen.
Er ist im keltischen Glauben der Jahresanfang. Der neue Zyklus beginnt also mit dem Loslassen.
Und das macht ja auch Sinn, denn erst muss wieder Platz sein, bevor sich neue Ideen, Pläne und Wünsche einnisten können von Weihnachten bis zum Frühjahr. Nur diese Leere auszuhalten ist in heutiger Gesellschaft noch schwerer als vielleicht schon immer. Denn Stille, Leere und Dunkelheit werden wenig beworben. Es ist eher etwas, dass man loswerden will, um sich nicht mit so „lästigen Dingen“ wie den eigenen Gedanken zu beschäftigen. Irgendwie verdrängt man das allzu oft weiter nach hinten und am besten ganz aus den Augen. Denn oftmals sind die Sachen, die man so weg schiebt ziemlich schwere Gedanken. Nachdem ich nun einige Jahre den Jahreskreis aktiv lebe, bemerke ich, dass es mir im November besser geht, wenn ich mir schon vorher einige Fragen stelle, nämlich in der Zeit, in der die Ernte eingefahren wird und man ein Resümee ziehen kann. So kann ich den November für das nutzen, wofür er da zu sein scheint: fürs Loslassen, fürs Einkuscheln mit den Dingen und Menschen, die mir gut tun (vor allem je weiter es Richtung Weihnachten geht) und für das Innehalten
Hier einige Fragen, die man sich gut vorher stellen kann:
- Wo gehöre ich hin?
- Geht es mir eigentlich gut?
- Bin ich glücklich?
- Das Leben, das ich führe, passt das zu mir? Zeigt es, wer ich tatsächlich bin bzw. Sein will?
- Sind die Beziehungen, die ich führe, gut für mich?
Auch in diesem Jahr bin ich an diesen Fragen nicht vorbei gekommen und habe manches Mal mit mir gehadert, wie ich den Winter wohl überstehen soll, wenn ich eher unschöne Antworten auf diese unbequemen Fragen habe.
Doch wenn man mutig genug ist und sich wenigstens einer oder einige dieser Fragen ganz ehrlich stellt – und das habe ich nun schon viele Jahre für euch getestet – löst sich etwas. Manchmal nur irgendetwas, ein Groschen fällt, eine Erkenntnis kommt, ein Weg zeigt sein Ende. Wichtig ist nur, was es in dir selbst auslöst und was du daraufhin bereit bist, loszulassen.
Die Natur zeigt uns, wie es geht!
Die alten Blätter werden losgelassen, obwohl sie so lange lebensnotwendig waren. Und langsam wandeln sie sich dann zu nährstoffreicher Erde, die der Pflanze erneut Leben spendet.
Und noch ein Beispiel: Einiges zieht sich ganz und gar zurück, scheint oberirdisch völlig abzusterben. Und das tut es auch. Aber unter der Erde, im Unsichtbaren, da sind alle wertvollen Informationen! Es braucht die Phase der Ruhe, um zu regenerieren.
Und doch gibt es noch genug Dinge, die leben. Nahrhafter Rosenkohl zum Beispiel. Oder Wintersalate. Eben alles, was jetzt die richtigen Bedingungen und den Moment hat, ums ins Leben zu kommen. Für uns Menschen können das Eingebungen oder Zurückgezogenheit sein, um neue Kraft zu sammeln und richtige Entscheidungen zu treffen.
Und die Ahnen helfen uns dabei. Die Schleier zwischen den Welten sollen aktuell dünner sein, man kann Kontakt zu den Verstorbenen aufnehmen, alte Wunden heilen oder um Rat fragen. Sie alle sind ein Teil von uns!
Und wer soweit nicht ausholen will, kann bei der lebendigen Familie anfangen: sich zusammen kuscheln, füreinander da sein, sich Zeit zum erzählen und austauschen nehmen. Im Außen ist sowieso nicht mehr so viel los.
Also nutzt die Zeit und hört zu….
„dieser anderen Welt, die da ist, aber unbegreiflich; die wahr ist, aber unbeschreiblich.“
In Liebe, eure Nena 🧡
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