Die furchtbaren Ereignisse auf dem Weihnachtsmarkt in Magdeburg haben mir ganz schön die Schuhe ausgezogen!
Über 200 Verletzte, 5 Tote (bisher) – darunter 2 Kinder von 5 und 9 Jahren. Es ist unbegreiflich!
Ein Bild vom älteren Kind geht aktuell sogar durch die sozialen Netzwerke.
Wie geht es dir damit?
Ich will ehrlich zu dir sein:
Dieses Bild zu sehen hat mir sehr zugesetzt. Zuerst wollte ich einfach wegdrücken. Ich habe lange geweint & getrauert und mich meinem eigenen Horrorszenario gestellt.
Tatsächlich war es auf eine gewisse Weise befreiend, diese Trauer in mir zuzulassen.
Danach fühlte es sich in mir leichter an.
Szenenwechsel
Gestern morgen weckte mich das Lieblingskind wie meistens gegen 5 Uhr morgens. Wir kuschelten gemeinsam bis 6.30 Uhr, danach erzählte er mir dies und das, sodass ich langsam richtig wach werden konnte.
Wie die Verrückten kabbelten & kitzelten wir uns danach aus und standen gegen 8.15 Uhr endlich gut gelaunt auf.
Jetzt aber schnell & trotzdem keinen Stress verbreiten!
Ich weiß mittlerweile, dass ich morgens mit Kindchen zwischen 8 und 8.30 Uhr dringend etwas essen sollte, weil meine Stimmung sonst extrem schnell kippt & ich arg zum meckern neige.
Kennst du diesen hangry-Zustand (also wütend und hungrig gleichzeitig) auch? Schreibs gern in die Kommentare, damit ich mich damit nicht so allein fühle ^^
Diesen Morgen sollte es Porridge, also Haferbrei, werden.
Für gewöhnlich essen wir den mit Banane und Zartbitterschokolade (ich) oder Honig (das Lieblingskind).
Gestern war aber die Banane alle!
Und jetzt?
Wenn ihr selbst mal mit Kleinkindern unterwegs ward, wisst ihr, dass das den Morgen ruinieren kann!
So ging es dann weiter:
„Mama, die Bananis sind alle! Ach schade Marmelade! ._.“
„Dann müssen wir uns was anderes aussuchen. Suchst du Obst aus?“
„Ich will das hier! (zeigt eine Mandarine)“
„Hm, davon können wir nur den Saft nehmen. Das hab ich noch nie probiert und weiß nicht, wie es schmeckt.“
„Aber ich möchte das.“
„Okay, dann probieren wir es.“
Das Ergebnis war ein klebriges Mandarinen-Kind, weil es den Saft unbemerkt, aber sehr kompetent für sein Alter, selbst ausgepresst und in die Schüssel gegossen hat. Diese Selbstwirksamkeit unterstützte ich gerne und ließ ihn auch noch den Zimt selbst öffnen & einstreuen.
Da strahlte mich ein stolzes Kind an.
Es war so schön, dass er es so locker hinnahm & eine gute Lösung selbst gefunden hat. Dafür war ich in diesem halben hangry-Zustand wirklich dankbar!

2-3x stand ich in der Zeit zwischen aufstehen und Essen kurz davor, nutzlos rumzumeckern. Meine Stimme wurde schon weniger einfühlsam und dafür autoritärer im „Hör jetzt gefälligst auf mich“-Stil. Aber als Team haben wir das gut gemeistert, bevor das Meckern und Streiten anfing.
Denn das Betrachten des Bildes vom 9-jährigen Jungen gestern hat mich an diesem Morgen wieder besonders an Folgendes erinnert:
Wir wissen nicht, wie viel Zeit wir mit unseren Kindern haben! Es braucht nur einen Idioten und es ist vorbei.
Also welch ein Glück habe ich, dieses gesunde, neugierige, muntere Kind neben mir sitzen zu haben?!
Ich weiß nicht, welchen Lebensweg er gehen wird, aber ich weiß, dass ich heute & jetzt für ihn da sein kann.
Ich weiß, dass ich für ihn alle alten Muster zu überwinden lerne, alte Wunden & Prägungen heilen und umschreiben kann. Ich weiß, dass ich ihn heute & jetzt voller Liebe betrachten und begleiten kann.
Und ich wähle, ihm liebevoll und klar zu begegnen, statt schon wieder ins meckern zu verfallen! Ich wähle und ihm eine lebenslange Mentorin & Beschützerin zu sein, solange er das möchte!
Ich erlaube mir, dafür Unterstützung und Hilfe anzunehmen, weil ich weiß, dass es dann besser geht, auch wenn es mir noch immer schwer fällt, um Hilfe zu bitten.
Es gibt große Ereignisse, wie diese furchtbare Tat auf dem Weihnachtsmarkt, die mich immer noch schlecht einschlafen lässt.
Und es gibt kleine, unscheinbare Dinge, die wir jeden Tag wertschätzen können, wenn wir sie bemerken.
Denn diese vielen kleinen Details, sind in Summe unser Leben.
Und wir dürfen lernen, diese wieder viel mehr zu sehen.
Denn nur dann können wir unser Glück, das wir haben, auch wahrnehmen!
Geh mal durch deinen gestrigen Tag:
Wo kannst du das Glück, das du hast, bemerken?
Und wie feierst du es? Mit einem Lächeln, einer Umarmung? Oder in dem du die Festtage sinnlich & gemütlich genießt?
Schreib es gern in die Kommentare!
Mit Liebe,
Helena ♥
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Mein Geschenk für dich
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