Die Kornblumen blühen! Und wie!
Seit Mai begann ein wochenlanges Fest der Blüten an den Straßen- und Feldrändern, an Sträuchern und wilden Ecken. Und das meiste davon sind wertvollste Heilpflanzen.
Letzens fuhr ich zu meinem Garten und war ganz in Gedanken versunken, bis ich rechts neben der Straße ein unerwartet großes Feld voller Kornblumen sah.
Da konnte ich nicht anders, ich musste anhalten!
Ich stellte mein Auto ab, suchte ein Behältnis in meinem Auto und ging achtsamen, begeisterten Schrittes los. Da waren Kornblumen, Klatschmohn und Kamille in Mengen und in voller Blüte. Wie wunderschön! Da hatte wohl einer ein Herz für Insekten und Kräuterfeen.



Ich sammelte genug für mich und meine kleine Familie. Kornblumen sind schließlich wunderbarer Teil vom Kräuter- oder Blütensalz. Und das dürfen wir alle! Für den privaten Bedarf darf man in Wäldern und auf Wiesen Pflanzen (oder im Herbst Pilze) sammeln. Es sollte also am Ende nicht aussehen, als hätte man die Fläche gerodet. Es sollte weiterhin natürlich und friedlich wachsen können.
Neben den Kornblumen ist aber noch viel mehr am blühen: Rosen, Holunder, Kamille, Stiefmütterchen, Gänseblümchen, Salbei! Einiges, wie der Holler oder die Wildrose, haben immer nur ein sehr kurzes Sammelfenster, bei uns ist beides schon beinahe vorbei. Aber gerade deshalb ist es für mich eine so besondere und schöne Zeit im Jahr! Bealtaine zeigt, dass alles nach Außen tritt und die Blüte ist dafür ein zartes, aber doch starkes Zeichen.
Die Weißdornblüte liegt tatsächlich schon hinter uns. Diese Pflanze lerne ich im letzten Jahr ganz besonders intensiv kennen und habe sie als Teepflanze gesammelt. Ich hatte Glück: Bei Mäharbeiten ist ein Ast angeschnitten worden und ich habe ihn genau zur richtigen Zeit entdeckt, sodass ich seine Blütenpracht noch verwerten konnte und jetzt einen großen Jahresvorrat habe! Weißdorn ist (auch medizinisch) DIE Pflanze für Herzleiden. Das schließt sowohl Herz-Kreislauf-Störungen als auch Liebeskummer ein. Nach einem ersten Versuch kann ich auch sagen, dass der Tee sehr lieblich schmeckt, auch wenn der eigenartige Duft was anderes vermuten lässt.
Was jetzt noch ansteht, ist die Lindenblüte! Die solltet ihr euch nicht entgehen lassen, da die Blüten als Tee bei Fieber die nachgewiesen erste Wahl sein sollten. Außerdem schmeckt der Tee so verführerisch lecker! Das erste Mal trank ich ihn in einem schicken Restaurant und für einen Tee ziemlich hochpreisig! Aber es hat sich gelohnt! Nur achtet bitte darauf, wo ihr sie erntet. Obwohl es jetzt überall in den Städten und Straßen duftet, würde ich die Blüte an diesen Orten nicht sammeln. Es ist tatsächlich manchmal gar nicht so leicht, einen Lindenbaum zu finden, der abseits der Straßen und Städte steht und dessen Äste auch erreichbar sind. Die meisten Bäume sind nämlich wunderbar auf 2m aufgeastet, sodass kleine Menschen wie ich keine Chance haben.. Also haltet die Augen auf und merkt euch dann unbedingt euren Sammelort, wenn ihr ihn gefunden habt. Und geht bitte achtsam mit der Pflanze um. Eine gute Sammlerin sieht man nicht! Es soll am Ende so wirken, als wäre man gar nicht dort gewesen.
Und noch ein Hinweis zum Sammeln in der Natur: Wenn man etwas nimmt, sollte man auch immer was zurückgeben. Gärtner kennen das Prinzip der Kreisläufe schon, z.B. von Kompost und Pflanzen. Beim Kräuter sammeln nimmt man etwas sehr wertvolles von der Pflanze. Dafür kann man sich bedanken mit ein wenig Milch, einer selbst gemachten Marmelade oder – wenn man nichts dabei hat – mit einer Haarsträhne, die alle Informationen über dich enthält. Man sagt, die Feen, die diese Pflanze beschützen, würden sich darüber sehr freuen und sehen, dass man den Kreislauf vom Nehmen und Geben verstanden hat. Seht es also gern als Einladung, beim Sammeln mit dieser feinen Feenwelt in Kontakt zu treten.
Auch hier zuhaus blüht mein Heilkräuterbeet mit Mutterkraut als bittere Hilfe bei Migräne, mit Herzgespann für Herzbeschwerden und mit der Ringelblume als Alrounder für die Haut. Wie schön das ist!

Fassen wir also zusammen: Ob in der Wildnis oder zuhaus, im Moment können überall wertvollste Heilpflanzen gefunden werden, die es draußen nicht nur kostenfrei gibt, sondern auch mit einer großen Portion Blütenstaub und innerer Ruhe. Es sind Pflanzen, die im Teeladen oder in der Apotheke hohe Preise haben. Also versucht es doch einfach mal aus und lernt die Pflanze mit allen Sinnen bewusst kennen.
Beachtet dabei unbedingt die Hinweise zum Sammeln außerhalb des eigenen Gartens:
- Um Erlaubnis bitten (die Natur und ggf. die Besitzer)
- Unsichtbar sein beim Sammeln
- vernünftige Mengen für den privaten Gebrauch sammeln
- Zum Schluss etwas zurückgeben.
Fragt einfach mal in den Raum, an dem ihr sammeln wollt, ob es okay ist, hier zu sammeln und hört auf euer Gefühl. Sagt vielleicht auch, wofür ihr es verwenden wollt und braucht. Ihr könnt das denken oder tatsächlich aussprechen. Das ist sicher am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber plötzlich denkt man vielleicht sowas wie „Ah, das passt hier doch nicht so richtig“ Oder Eben „Ja! Die Pflanze würde sich freuen, verwendet zu werden.“ Das ist ein bisschen Übungssache. Am besten nehmt ihr Kinder mit, die verstehen das Prinzip viel schneller als Erwachsene und probieren es sicher gerne aus.
In Liebe,
eure Helena ♥
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