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Litha – Sommersonnenwende

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Mein Lieblingsfest, über das ich schon oft nachgedacht habe. 🙂

„Zu diesem Fest geht es um meine geliebte Sonne, ohne die ich mir ein Leben gar nicht denken könnte, weil sie immer da ist, auch wenn man sie grad nicht sieht.
Heute hat man sie nun wieder die längste Zeit im ganzen Jahr gesehen. Die Tage hören jetzt auf länger zu werden.“ (Helena, 2013)

Womöglich habt ihr es am Wochenende sogar schon gefeiert. Die Sommersonnenwende markiert den Sommeranfang und läutet die nächste Zeit des Jahreskreises ein. Es ist die sorgloseste Zeit im Verlauf. Wir genießen die Sonne, bewundern unsere wachsenden Pflanzen, liegen im Liegestuhl, feiern und grillen an lauen Abenden. Zu früheren Zeiten wurde – wie auch zu den Raunächten – 12 Tage gefeiert. Im Winter war es nach innen gekehrt, nun ist es im Außen. Freude und Leichtigkeit für das, was bisher passiert ist, dürfen jetzt zugelassen werden.

In der Zeit von der Sommersonnenwende bis zur Korernte (Lughnasagh) gibt es keine nennenswerten Feste oder Feiertage, also auch keine oder wenige Verpflichtungen – trotzdem steht die Geselligkeit im Vordergrund.
Darum ist auch kein Hetzen nötig. Stattdessen kann man richtig gut entschleunigen: man hat mehr Zeit, die Tage sind lang und hell, viele Sonnenstrahlen sind da. All das bewirkt eine lockere Stimmung.

Entschleuingung ist auch, sich einmal in Ruhe das Getümmel in der Blumenwiese zu bewundern..

„Sommersonnenwende oder auf den Spuren zu mir selbst“

So nannte ich 2013 meinen Blogbeitrag zum Jahreskreisfest Litha. Auch ein paar Jahre später war ich erneut verblüfft, wie mich dieser Tag scheinbar immer ein Stück mehr zu dem führt, was ich sein will. Heute hab ich erkannt, dass all meine früheren Erfahrungen tatsächlich mit der Zeit zusammenpassen. Zu Bealtaine ist alles von innen nach außen gegangen, was an Herzensthemen da war. Nun ist es notwendig, noch weiter in die Tiefe zu gehen und den Herzensthemen noch mehr Bedeutung zu schenken.

„Dieses Fest hat für mich eine unheimlich wichtige Bedeutung & ich hab das Gefühl, es wird jedes Jahr wichtiger. Dieser Tag hilft mir scheinbar, zu mir zu finden, ganz langsam, aber stetig. Jetzt wird man nicht mehr alles nach außen tragen, sondern in ganz langsamen Schritten wieder zu sich kehren & aufnehmen, wahrnehmen. Ab jetzt bekommt man im Grunde das, worauf man sich seit spätestens der Frühjahrstagungnachtgleiche vorbereitet hat. Egal in welchen Ebenen.“

Helena, 2013

Aus dem Meer an Blüten werden nun nach und nach die Früchte der inneren Zeit sichtbar, sie kommen langsam ans Licht. Vielleicht müssen wir damit auch noch bis zur Korernte, Lughnasagh, warten. Jetzt ist alles eher wieder im Umbruch, deshalb braucht es auch Muße und Zeit, sich dem Wandel hinzuwenden.
In dieser Überfülle ist das Ordnung schaffen hilfreich. Denn das Angebot der Natur ist zu groß, um alles im Blick zu behalten. Man muss klug wählen, um die Früchte zu ernten, die man haben möchte, auch wenn die Samen längst gesät sind und wir dessen Keimung nicht mehr in der Hand haben. Aber wir können uns fragen:

  • Was braucht es jetzt?
  • Was zeigt sich jetzt, was ich vorher gesät habe?
  • Was ist meinem Jahresthema dienlich und was kann ich „runterschneiden“ oder sich selbst überlassen?
  • Was ist (nicht) aufgegangen?
  • Was braucht meine Pflege, wohin muss ich die Aufmerksamkeit richten?
  • Was steht noch aus?
  • Was muss ich noch tun, um die gewünschte Ernte zu bekommen?

All diese Fragen können helfen, ein erstes Resumée zu ziehen und ggf. die Strategie zu ändern.

Die Weinreben geben ein gutes Beispiel: sie wuchern im Moment ohnegleichen! Um gute Früchte ernten zu können, braucht es einen weiteren Rückschnitt, sonst bekommt man am Ende nur Blätter. Es ist also essentiell, genau jetzt dran zu bleiben und nicht aufgrund von Überforderung aufzugeben. Einen Schritt nach dem anderen!

Also tut am besten das, was die Natur euch sowieso zuflüstert: atmet durch und genießt die Schönheit der Natur. Das gibt euch Kraft, Achtsamkeit und Empathie, um zu erkennen, was nun zu tun ist. Von Samhain bis Bealtaine ist eine riesige Menge innerer Arbeit vonstatten gegangen. darum ist nun eine Pause essentiell, um sinnstiftend weiter machen zu können. Zumindest ist das meine Erkenntnis.

In Liebe,
eure Helena 💙

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