FamilienNatur

Schmerzstiller

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Ich möchte euch heute erklären, wie ihr euch mehr Gelassenheit in eure Räume holen könnt, dabei besser mit Sauerstoff versorgt werdet, was eure Gedanken besser fließen lassen kann und dazu noch eine lebendige Dekoration habt. Es geht um einen Schmerzstiller in den eigenen vier Wänden.

Ihr ahnt schon, worum es geht: Zimmerpflanzen sind schon lange nicht mehr altbacken, sondern oft moderne Lieblingsdekoration der Minimalisten 🙂

Und ich möchte sie euch heute von Herzen empfehlen.

Zu Beginn ein paar Studienergebnisse: Ich habe in meiner Ausbildung gelernt, dass rot blühende Geranien bei Frauen zu schnellerer Erholung von emotionalen Stress beitrugen und das signifikant! Insgesamt gibt es viele Studien, die die stressreduzierende Wirkung von Pflanzen bestätigen. Bei Kindern fördern sie nachweislich die Aufmerksamkeit und Konzentration im Schulalltag, zumindest unmittelbar nach dem Betrachten einer lebendigen Pflanze. Besonders spannend finde ich aber die veränderte Schmerzempfindung. DIe wohl meistzitierte und auch älteste Studíe zum Thema von 1984 bewies, dass allein der Blick aus dem Krankenhausfenster auf Bäume anstelle von Wänden zu schnellerer Genesung führte und das bei weniger Nutzung von Schmerzmitteln! Auch neuere Studien stützen diese Erkenntnis: Menschen sind eher bereit Schmerzen auszuhalten, wenn Pflanzen im Raum sind! Und dass Zimmerpflanzen darüber hinaus das Raumklima deutlich verbessern, ist hoffentlich allen klar.

Zimmerpflanzen sind also im Grunde der kleine Wald für innen. Die natürlichen positiven Prozesse der Natur und des Blattwerks, die schon seit Urzeiten den Menschen begleiten, können sich mit Zimmerpflanzen ganz gut entfalten. Es ist quasi der Notbehelf, wenn man nicht, wie in meiner Waldgeschichte, gerade draußen sein kann oder will.

Das gilt übrigens nicht nur für die eigenen vier Wände. Vor allem am Arbeitsplatz fördern Pflanzen…. Konzentration, positive Energie und gute Stimmung (und wer braucht die im Beruf nicht?) Schon eine Pflanze im Raum macht einen signifikanten Unterschied, einfach dadurch, dass sie da ist.

Aber man kann diesen Effekt natürlich noch verstärken. Sich um etwas zu kümmern ist eine schöne Aufgabe, auch wenn sie nicht immer gleich funkitoniert. Glaubt es oder nicht, aber ich bin tatsächlich nicht besonders gut darin, meine Zimmerpflanzen immer frisch aussehen zu lassen. Sie haben auch mal braune Blätter oder Durst, weil ich wieder vergessen hab zu gießen oder brauchen schon länger einen größeren Topf oder Dünger. Aber Pflanzen verzeihen einiges. Und die anderen passen eben grad (noch) nicht zu dir. Einmal im Jahr mache ich z.B. gern eine Umtopf-Aktion, bei denen alle, die überlebt haben, liebevolle Zuwendung bekommen und gern auch mal einen neuen Ehrenplatz, weil sie so wunderbar gewachsen sind, dass sie jetzt mehr Platz brauchen. Dann entlockt es mir für eine Weile jedes Mal ein Lächeln, wenn ich an der frisch versorgten Pflanze vorbei gehe.

Und mit einem Lächeln im Gesicht lassen sich die Entscheidungen des Alltags viel besser fällen.

Dafür habe ich noch einen Vorschlag für euch: Versucht doch beim nächsten Mal, Pflanzen zu tauschen oder über Stecklinge zu vermehren. Oder geht in gute Gärtnereien. Denn die Wahrheit ist, dass die Pflanzen aus dem Baumarkt und Discountern wie so vieles anderes von weit her angereist sind, weil in anderen Ländern geringere Löhne gezahlt werden können und billigere Bedingungen herrschen. Auch hier gilt also: gern so regional wie möglich!

Und es ist für mich eine spannende Sache, Pflanzen aus Stecklingen, Ablegern oder durch Wurzelteilung zu gewinnen. Es ist ein tolles Gefühl, wenn das gelingt und man sozusagen ein eigenes Baby großgezogen hat. Das kann eine gute Basis sein für alle, die über Haustiere nachdenken: Versucht es vielleicht erstmal mit Pflanzen 😉

Aber jetzt: Finger in die Erde – das beruhigt uns Menschen – und los!

Mit Liebe, eure Helena 💙

PS: Die Studien und Infos habe ich aus folgenden Büchern: Lehrbuch Gartentherapie von Renata Schneiter-Ulmann (ab S. 132) und von Karl Plobergers „Garteln ohne Garten“, S. 123.

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