Der Themenbereich von kornblumenblau erweitert sich. Zum Garten gehört für uns Nachhaltigkeit ganz essentiell mit dazu. Und oftmals ist „weniger“ die nachhaltigste Variante. Das geht natürlich nicht immer, aber ich habe mir diesen Monat vorgenommen, mal nichts zu kaufen.
Nichts? Natürlich nicht ganz. Lebensmittel kaufen wir weiterhin und natürlich wird auch mein Auto gefüttert. Ohne geht es auf dem Dorf bei uns zur Zeit leider noch nicht. Aber alle Konsumgüter wie Bücher, Saatgut, Kleidung, Möbel oder Geräte werde ich in den Geschäften liegen lassen.
Und das ist diesen Monat ehrlich gesagt gar nicht so leicht! Einige meiner Kleidungsstücke sollten wirklich ersetzt werden, weil sie zerschlissen sind. Saatgut würde in die winterliche Gartenplanung so gut reinpassen und Bücher „brauche“ ich sowieso immer 😉
Aber der Dezember war teuer und ich muss mein Geld aktuell gut zusammenhalten.
Und doch, muss ich euch sagen, ist es für mich kein Zwang, sondern viel mehr ein Spiel. Eine Herausforderung:
Schaffe ich es, nichts Neues zu kaufen, sondern einen Monat bewusst zu verzichten?
Oder vielleicht auch nur zu warten, denn meine Idee ist folgende:
Alles, was ich an Luxusartikeln gern hätte, schreibe ich auf eine Liste. Was ich davon im Februar noch brauche, kann ich dann kaufen (nacheinander, weil wir ja trotzdem sparen müssen ^^).
Statt des Kaufens atme ich also die Januarenergie mit ihrer Frische und Reinheit ein und bringe die Wohnung aus dem Winterschlaf. Staubecken werden enttarnt, verkramte Schränke können die Neusortierung gut gebrauchen und meine Holzmöbel bekommen Leinölpflege. Einiges davon habe ich auch schon erledigt.


Zum Beispiel habe ich unsere Ledersachen mit natürlicher Pflege eingecremt. Das hat reinigende Effekte und macht dieses wertvolle Material langlebiger. Leder ist nicht unumstritten, da soziemlich jeder Arbeitsschritt der konventionellen Lederherstellung allen Beteiligten (Tieren, Arbeitern, Konsumenten, Natur) extrem schadet durch Verwendung starker Chemikalien und wirklich schlimmer Lebens- und Arbeitsbedingungen. Darum sollte man, wenn man Lederprodukte hat (alte Koffer, Gürtel, Jacken etc.) gut auf diese Acht geben! Denn Leder an sich, das kann ich nicht anders sagen, ist ein wundervoller, robuster und natürlicher Werkstoff.
Was ich noch gemacht habe, ist, mir meinen übers Jahr ordentlich gewachsenen Stapel an Nähwäsche vorzunehmen. Ich bin und werde keine Schneiderin mehr, aber ich versuche, meine Socken zu stopfen, Knöpfe wieder anzunähen oder alte Kleidung upzucyclen, z.B. in dem ich aus alten T-Shirts Kissen nähe oder Geschenk“papier“ mache, um ohne Papiermüll durch die nächsten Feiertage zu kommen.



Socken zu stopfen ist übrigens ätzend ^^
Oder ich habe noch immer nicht die richtige Technik, das kann sein. Darum habe ich diesmal an meinen kaputten Socken etwas neues probiert:
Visible Mending heißt diese Technik meines Wissens nach. Gut, man kann auch sagen, ich hab einen Flicken aufgenäht, aber das klingt ja nicht so schön neu-modern 😀 Die Idee des Visible Mending (deutsch: sichtbares reparieren) ist, dass man das Ausbessern nicht unauffällig oder unsichtbar gestaltet, sondern das Kleidungsstük damit aufwertet und ihm damit das gewisse Etwas gibt. Und mit ein bisschen kreativem Geschick wird das Endergebnis tatsächlich hübsch, auch – oder grade – wenn kleine Fehler mit drin sind.
Und dann habe ich gestern doch meine Buchsucht gestillt!
Ich war in der Bibliothek! Dort habe ich schon seit August eine Mitgliedschaft und war erst 2x da, weil „man ja immer keine Zeit hat“. Quatsch, Zeit ist da, ich nehme sie mir nur zu selten dafür bzw. für mich. Aber gestern war ich da. Einfach so bin ich durch die vier Etagen geschlendert, hab da mal geguckt, hab in dieses Buch reingeschaut und hab mir viel Mühe gegeben, nicht jedes Buch einzupacken. Aber für die nächsten vier Wochen bin ich mit neuem Wissen versorgt und freue mich sehr darüber.
Jetzt kann ich also weiter meine Gartenplanung machen und kaufe zum Schluss nur genau das Saatgut, was ich habe. Oder kann ich es vielleicht mit anderen tauschen? Meine Wohnung wird zwar dieses Jahr nicht wie im letzten Jahr von 500 Dingen befreit, aber in Ordnung gebracht, sodass das, was da ist, besser zur Geltung kommt. Und mit den reparierten Sachen, auf die ich jetzt so lange gewartet habe, fühlt sich mein Kleiderschrank fast so an, als hätte er neue Sachen bekommen!
Ich kann euch nur wärmstens einladen, es auch mal zu probieren!
Mit Liebe, eure Helena ♥
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