FamilienNatur

Mein erstes Gemüse-Gartenjahr

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Beginnen wir mit dem wichtigsten: Der Ernte.

Die erste Sommerernte 🙂

Klein und verwachsen sehen sie für einige sicher aus. Mich machte dieser Anblick so stolz, dass ich unbedingt ein Foto machen wollte, obwohl ich dafür gar kein Talent habe. Damit kann man doch schon einiges anfangen!

Ein zuckersüßer Leckerbissen
Der Waldmeister in der Schattenecke.

Es gab noch viel mehr, aber leider habe ich nicht allzu viel fotografiert, denn das Jahr war ein sehr aufregendes. Im März zog ich zu meinem Freund und hatte somit Zugang zu einem Grundstück, von dem ich einige Ecken bewirtschaften konnte. Dazu hatte ich am Anfang sogar einiges an Zeit. Ich war schwanger und im Berufsverbot, bis Juni hatte ich voraussichtlich noch die Hände frei. Wir bauten also gemeinsam ein Hochbeet (ich trug natürlich nur alles was leicht war, die Familie hat aufgepasst 😉 ), 2 kleine Kräuter-Hochbeete gab es schon, eine Kante vom Gartenrand bekam ich noch und die Flächen unter dem Pflaumbaum und um den Teich herum. Das ist doch schon eine ganze Menge!

Schon im Februar fing ich an, ein paar Kräuter auszusäen. Leider war es noch viel zu kalt und ich vergaß ständig zu gießen/die Saat feucht zu halten. Das ist in der Keimphase leider ganz schlecht. Bei der Saat für das Gemüse war ich also schon ein wenig schlauer. Ich säte also, was das Zeug hielt. Ganz neu gab es ein Gewächshaus und ich durfte die Hälfte von dieser Schönheit nutzen. Es gab also Tomaten! Und Melonen und Paprika und Chili. Darunter ein wenig Basilikum und Sellerie.
Im Hochbeet landete alles, was mein Saatgut-Adventskalender gebracht hat: Blumenkohl, Kohlrabi, Zucchini, Möhre, Säzwiebeln, Erbsen. Ich habe versucht, gute Beetpartner auf die Fläche zu bringen, wollte aber gleichzeitig , so viel wie möglich ausbringen. Das hat ein bisschen funktioniert und ein bisschen nicht 🙂

Erste Setzlinge im Gewächshaus

Ich wollte noch mit dickem Bauch nach den Eisheiligen die vorgezogenen Pflänzchen ausbringen, aber soweit kam es nicht mehr.
Als mein Baby geboren wurde, brach auch endlich der Frühling aus. Die Bäume trieben endlich aus, und mein Hochbeet erstrahlte in neuen Farben. Die ganze Familie hat daran gearbeitet. Die lange Kälte verschwand und es wurde einladend warm.

Familien-Dekoration, mit Liebe gefertigt

Viele haben mich gefragt, wie ich denn so viel im Garten wuseln konnte, obwohl ich ein noch so winziges Baby habe. Tatsächlich war es für mich kein „trotzdem“, sondern viel mehr ein „darum besonders“. Neben dem schlafen, stillen, wickeln, kuscheln und rumliegen (letzeres entspricht so gar nicht meiner Natur) tat es über alle Maßen gut, das Kleine beim Papa kuscheln zu lassen und mir die Hände schmutzig zu machen, die Sonne zu inhalieren und mich zu bewegen! Wenn ich viel Kraft hatte, bin ich mit dem Baby durch den Garten geschlendert und habe den Pflänzchen begeistert beim wachsen zugesehen. Im späten Sommer konnten wir sogar zu zweit auf der Piknickdecke liegen und den Blättern beim rascheln zusehen. Das war beinahe eine noch schönere Ernte als die aus den Beeten!

Und so genossen wir unser erstes richtiges Gartenjahr. Die Pflänzchen wuchsen zu echtem Gemüse heran, von dem man Mittagessen kochen konnte. Ich lernte, wie man Tomaten ausgeizt. Ich hatte eine Wildblumenecke.

Mein größtes Garten-Glück war es aber, aus unseren Möhren im Oktober den ersten Mittagsbrei fürs Baby zu kochen. Aus dem Beet geholt, ordentlich abgeschrubbt, gedünstet, fertig. So frisch hab selbst ich selten gegessen! Und so weich habe ich noch keine Karotten angefasst.

Im Herbst war nicht mehr ganz so viel Zeit übrig. Das Baby wurde langsam mobil und da braucht es die volle Aufmerksamkeit und beide Hände zum absichern. Zum Tomaten einkochen hat es allerdings noch gereicht. Und ich sage euch: nie wieder will ich gekaufte passierte Tomaten essen. Die mochte ich immer und habe sie auch immer in guter Qualität gekauft, trotzdem ist es kein Vergleich zum echten, fruchtigen Geschmack der eigenen Einkochtomaten. Da freue ich mich im neuen Jahr schon riesig drauf! Auch Pfirsiche habe ich eingekocht, da hatte ich aber leider kein Glück bzw. habe Fehler gemacht. Sie sind uns leider schlecht geworden. Darum gilt auch hier: Neues Jahr, neues Glück!

Zum Ende des Gemüsejahres haben wir noch fleißig Saatgut geerntet und getauscht. Von einigen Pflanzen ist das ja sehr einfach. Was all die zweijährigen Pflanzen wie Möhre und Co angeht, werde ich wohl noch ein paar Jahre lernen müssen und zukaufen. Zu klein ist die Beetfläche, zu unerfahren die Gärtnerin. Aber es muss ja noch genug Luft nach oben geben, um viele weitere Gartenjahre lernen und probieren zu können. Denn eins ist klar:
Draußen im Garten zu wuseln, zu ernten und durchzuatmen ist spätestens nach diesem Jahr zu meiner Natur geworden!

Der neue Beetplan steht schon, neue Bauprojekte werden grad umgesetzt und überhaupt können wir kaum erwarten, dass es wieder los geht!

Bleibt also gespannt!

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